Montag, 1. September 2008

auf in die Welt

Zu Hause. Jeder spricht diese Worte immer wieder aus, aber jeder definiert sie anders. Wo ist mein zu Hause, wenn ich von dem Ort wegziehe, den ich bisher immer als mein zu Hause bezeichnet habe? Bleibt mein zu Hause mein zu Hause, oder wird irgendwann der neue Ort mein zu Hause? Kann man zwei zu Hauses haben?
Ich verlasse jetzt also mein zu Hause, meine gewohnte Umgebung, meine Freunde, meine Familie. Eigentlich so gut wie alles. Auf in die Welt! Ich wollte immer Abenteuer mit Gott erleben, ihm völlig vertrauen müssen. Und jetzt ist es so weit...
Ich habe ewig überlegt, hatte keine Lust, mir was zu suchen, das ich zwischen Abiturzeugnis und Australien machen kann. Außerdem hatte Gott mir gesagt, dass ich ihm vertrauen soll. Ich stand also da, wusste nicht, was auf mich zukommen würde und versuchte, Gott zu vertrauen.
Irgendwann habe ich dann doch angefangen, verschiedene Jugendkirchen anzuschauen und habe eine erste Mail nach Nürnberg geschickt. Aber irgendwie hatte ich immer, nachdem ich eine Mail zurück bekam, nicht mehr so viel Lust, dort hin zu gehen.
Kurz bevor die Sommerlager begannen, schrieb ich eine eMail nach Greifswald. Eigentlich sah es nicht sehr vielversprechend aus und ich vermutete, dass sie sowieso keine Praktikantin mehr brauchen würden. Doch schon nach einer Stunde kam eine Mail zurück, in der der Jugendreferent sagte, dass er sich gut vorstellen könne, dass ich ein Praktikum bei ihm machen würde. Ich war total begeistert. Dann fuhren wir beide für zwei einhalb Wochen weg und konnten keine weiteren Details klären.
Als ich von den Sommerlagern wieder zu Hause war, wartete ich ungeduldig auf seine Rückkehr und eine Meldung von ihm. Doch sie bleib aus. Und ich war verunsichert, denn das Praktikum sollte zwei Wochen später anfangen. Ich wusste weder, wo ich wohnen sollte, noch, wie das Praktikum aussehen würde.
Am Freitag, 29.08., rief er mich kurz vor dem Gottesdienst an. Endlich. Er gab mir zwei Nummern, bei denen ich mich wegen eines Zimmers melden könnte.
Ich sollte also innerhalb von eineinhalb Wochen ein Zimmer finden. Vorher hatte ich gedacht, dass der Jugendreferent schon etwas in Aussicht hätte. Also gut, einfach anrufen. Ich hasse es, bei Leuten anzurufen, die ich nicht kenne und nicht einschätzen kann...
Und dann kam langsam auch Unsicherheit hinzu. Will Gott wirklich, dass ich nach Greifswald gehe? Woher kann ich mir denn sicher sein?
Als ich am Samstag bei der ersten Nummer anrief, stellte ich schnell fest, dass die Frau am anderen Ende sehr nett war. Und sie hatte sogar ein Zimmer frei, das ich auch in eineinhalb Wochen beziehen könnte. Der Preis schreckte mich zunächste ein Wenig ab, aber als sie erfuhr, dass ich ein ehrenamtliches Praktikum machen würde, kam sie mir entgegen und meinte, dass wir keinen Mietvertrag abschließen würden, sondern ich den Mietpreis sozusagen als Spende an sie verstehen könne.
Was??? WoW!! Gott ist echt cool! Ich habe jetzt also ein Zimmer in Greifswald, für das ich nicht mehr bezahlen muss, als ich aufbringen kann! Und Gott meinte am selben Tag zu mir: "Go and do my will!"
Da blieb mir nur zu sagen: Auf in die Welt!

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